Starthilfe
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Starthilfe

Erste Hilfe für nicht anspringende Fahrzeuge

Vielen dürfte dieses Szenario bekannt sein:

Dem Umdrehen des Zündschlüssels folgt nicht das gewohnte Geräusch des Anlassers, man hört höchstens ein müdes "Klack" und sonst nichts. Offenbar liefert die Batterie nicht den nötigen Anlasserstrom.

Was ist zu tun?

Ein erfolgloser Startvorgang sollte nach spätestens 10 Sekunden abgebrochen und nach etwa einer halben Minute wiederholt werden. Bleibt das erneute Starten erfolglos,

  • erweckt in den meisten Fällen eine einfache erste Hilfemaßnahme durch eine kurze "Stromspende" in Form einer Starthilfe die Batterie des Pannenwagens wieder zum Leben.
  • könnte aber auch bei Pannenwagen, die keinen KAT und auch kein Automatikgetriebe haben, einfaches Anschieben dem Fahrzeug „neues Leben einhauchen“.

Wie führt man eine solche Starthilfe durch?

Eine Starthilfe ist kein Hexenwerk. Man benötigt

  • ein Starthilfekabel und
  • ein Spenderfahrzeug mit einer funktionsfähigen Batterie

zum Durchführen des eigentlichen Vorgangs der Starthilfe.

Starthilfekabel

Das Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72 553 bzw. der ISO-Norm 6722 genügen.

Die DIN-Norm 72 553 (ISO-Norm 6722) schreibt den Kabelquerschnitt, die Kabellänge und die Isolierung der Polzangen vor.

Der Kabelquerschnitt sollte zum Starten von Benzinmotoren bis ca. 2.5 l Hubraum mindestens 16 mm² und von Motoren über 2.5 l Hubraum sowie für alle Dieselmotoren mindestens 25 mm² betragen.

Das Starthilfekabel besteht aus einem roten und einem schwarzen Kabel. Beide  Kabel müssen mindestens 3 m bzw. ab einem Querschnitt von 25 mm² 3.5 m lang sein.

Am Ende der Kabel sitzen stets vollisolierte Polzangen.

Batterie des Spenderfahrzeuges

Die Batterie des Spenderfahrzeuges sollte funktionsfähig sein und die gleiche Spannung wie die Batterie des Pannenwagens aufweisen.

Die Übereinstimmung der Batteriespannungen sollte bei zwei KFZs zumeist gegeben sein, denn KFZ-Batterien weisen in der Regel eine Spannung von 12 Volt auf.

Man beachte, dass LKWs meistens 24-Volt-Batterien besitzen.

Eigentlichen Vorgangs der Starthilfe

Das Spenderfahrzeug ist so zu positionieren, dass

  • die Entfernung zwischen der Batterie des Spenderfahrzeuges und der Batterie des Pannenfahrzeuges mit dem Starthilfekabel überbrückt werden kann,
  • sich die Karosserien beider Fahrzeuge nicht berühren.

Anschließend ist der Motor des Spenderfahrzeuges auszuschalten und die Motorhauben beider Fahrzeuge sind zu öffnen.

Nun ist

  • das rote Kabel an dem Pluspol (+) der Batterie des Pannenfahrzeuges anzuklemmen,
  • das andere Ende des roten Kabels an dem Pluspol (+) der Batterie des Spenderfahrzeuges festzuklemmen,
  • das schwarze Kabel an dem Minuspol (-) der Strom spenden Batterie des Spenderfahrzeuges anzuschließen,
  • das andere Ende des schwarzen Kabels vorzugsweise mit einem Metallteil am Motorblock, d.h. nicht mit dem Minuspol (-) der Batterie, des Pannenfahrzeuges zu verbinden,
  • der Spenderwagen zu starten,
  • zu versuchen, den Pannenwagen zu starten und
  • bei Erfolg sind starke elektrische Verbraucher im Pannenwagen, wie Gebläse oder Heckscheibenheizung, einzuschalten, um evtl. im Bordnetz auftretende Spannungsspitzen beim Lösen der Polzangen vorzubeugen, und erst dann sind
  • die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder abzuklemmen.

Bei erfolgreicher Starthilfe

Um nicht beim nächsten Startversuch vor der gleichen Situation zu stehen, sollte man entweder ein längere Überlandfahrt tätigen, um über die Lichtmaschine die Batterie wieder aufzuladen, oder die Batterie im Anschluss an ein Ladegerät hängen.

Am Sichersten ist es jedoch, die Batterie in einem Fachbetrieb prüfen und gegebenenfalls erneuern zu lassen.

Bei misslungener Starthilfe

Rührt sich trotz Starthilfe nichts? Dann sollte man nochmals alle Polzangen auf festen Sitz prüfen und den Starthilfevorgang wiederholen.

Springt der Motor trotzdem nicht an, dann liegen neben einer schwachen Batterie offenbar noch zusätzliche Schwachpunkte vor. Weitere Startversuche sind dann sinnlos bzw. sollten bei Benzinern sogar unterlassen werden, da unverbrannter Kraftstoff den Kat schädigen kann. Man benötigt nun professionelle Hilfe.






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